Tabelle Saison 2010 - 2011 

RPS Liga Saison 2009-2010 - Rückblick aus Ausblick

25.05.2010

 

(R.S.) Enttäuschend verlief die Spielzeit 2009/2010 für die regionalen Vertreter in der RPS Oberliga der Herren. Keine Mannschaft erreichte das von ihr gesteckte Saisonziel. Während die HSG Irmenach/Kleinich/Horbruch im oberen Tabellendrittel landen wollte und am Ende zum Klassenerhalt auf Platz 8 ankam, müssen die beiden übrigen Vertreter, TuS Fortuna Saarburg und die HSG Biewer/Pfalzel, die eigentlich die Klasse halten wollten, am Ende den Abstieg in die Rheinlandliga verkraften.

Dabei hatte die Saison für die Hunsrück HSG, die von vielen Mitkonkurrenten sogar als Mitfavorit auf den Titel gehandelt wurde, zunächst gut begonnen. Die Mannschaft mit ihrem neuen Trainer Norbert Stelmach etablierte sich in der Spitzengruppe, verlor keines der ersten fünf Saisonspiele und lag zu diesem Zeitpunkt an der Tabellenspitze. Den ersten richtigen Einbruch verzeichneten die Hunsrücker dann im Dezember, als alle Spiele verloren wurden. Gut erholt kam die Mannschaft aus der Weihnachtspause, gab in den ersten vier Spielen lediglich einen Punkt bei der heimstarken HSG Eckbachtal ab und hatte damit den Anschluss an die Spitzenmannschaften wieder hergestellt. Im Februar wechselten sich dann Siege und Niederlagen ab, bevor der Einbruch ab März bis zum Saisonende unverkennbar war. Dem Heimspielerfolg über Moselweiss folgte lediglich ein schmeichelhafter Auswärtssieg beim Lokalrivalen und Absteiger TuS Fortuna Saarburg, ansonsten hagelte es Niederlagen. So reichte es in den letzten acht Spielen nur noch zum Sieg über Saarburg! Die Hunsrücker wurden in dieser Saison ihrem Anspruch als heimstarkes Team nicht gerecht, die „Festung“ Hirtenfeldhalle hat tiefe Risse bekommen. Acht Heimspielerfolge in 15 Heimspielen sprechen eine deutliche Sprache.

Allerdings plagten die HSG von Beginn der Saison enorme personelle Probleme. So fiel Stammspieler Maxim Shalimov bis zum Beginn der Rückrunde aufgrund seiner Achillessehnenverletzung aus. Viele HSG Spieler waren beruflich oder aufgrund ihrer Ausbildung außerhalb des Sports derart stark eingebunden, dass es immer schwieriger wurde, regelmäßig geschlossen zu trainieren. Tatsächlich mussten Stelmach und sein Team ständig improvisieren. Mit dem kompletten Kader wurde eigentlich nur im Trainingslager in Berlin trainiert. Die grundsätzliche Trainingssituation hat sich im Hunsrück im Laufe der Saison nicht verändert. So mussten einige Leistungsträger beim Training und bei wichtigen Spielen passen, allen voran Michael Stein, der aufgrund seiner beruflichen Verpflichtung nur zu wenigen Spieleinsätzen kam und dessen Treffer schmerzlich vermisst wurden. Bereits zum Saisonstart hatte Trainer Norbert Stelmach darauf hingewiesen, dass gerade im Handball blind funktionierende Abläufe wichtig sind und die sind nun mal nur mit einem kompletten Kader einzustudieren. „Die Schwierigkeiten hatte auch ich vor dem Saisonstart geahnt. Die Rückrunde hat dann uns das dann gnadenlos aufgezeigt. Doch im Amateursport gehen Schule und Beruf vor. Natürlich hätten wir uns gewünscht, zwei bis drei Tabellenplätze besser zu landen. Doch jetzt überdenken wir die Situation, denken darüber nach, dass wir den Kader vergrössern und wollen uns qualitativ weiter verstärken. Wichtig für uns war, dass Maxim Shalimov am vergangenen Samstag für die nächste Saison zugesagt hat und wir hoffen, dass er endlich einmal verletzungsfrei durch die Saison kommt. Wir werden alles versuchen, die Situation für die kommenden Saison zu verbessern“, verspricht HSG Präsident Bernd Kirst.

Praktisch in letzter Sekunde wurde der Abstieg der HSG Biewer/Pfalzel besiegelt. Die Mannschaft von Trainer Heng Mauruschatt verlor das letzte und entscheidende Spiel der Meisterschaft gegen den direkten Mitkonkurrenten in Sankt Ingbert, hat aber nach Ansicht ihres Trainers den Klassenerhalt bereits davor gespielt. Höhen und Tiefen wechselten sich bei den Trierern ständig ab. Siege gegen Meisterschaftsfavoriten wie die SG Saulheim standen Pleiten wie beim Heimspiel gegen den Tabellenletzten aus Gonsenheim am vorletzten Spieltag gegenüber. Diese Niederlage kostete letztendlich den Klassenerhalt. Aber auch die Trierer hatten von Beginn an die verletzungsbedingten Ausfälle wichtiger Stammspieler zu verkraften, einige schleppten sich mit ihren Verletzungen durch die Saison. Leistungsträger wie Christian Stein, Carsten Rohr, Marc Köhler und Ron Mauruschatt waren eigentlich während der gesamten Spielzeit nicht im Vollbesitz ihrer Kräfte, fielen sogar zeitweise verletzungsbedingt aus. Dennoch reichte es der Mannschaft, sich über die meiste Zeit der Saison auf einem Nichtabstiegsplatz zu halten, mit Siegen über Saulheim und die Hunsrück HSG schien die Trierer HSG im März auf dem Weg zum Klassenerhalt. Nach der folgenden Niederlage in Saarlouis war das Aufbäumen der Mauruschatt Truppe unverkennbar. Dem Remis in Illtal folgten Siege in Moselweiss und zuhause gegen Offenbach, doch dann verlor die Mannschaft das entscheidende Heimspiel gegen den Tabellenletzten aus Gonsenheim und verspielte hier die Chancen auf den Ligaverbleib.

„Gegen die Spitzenteams hui, gegen die Abstiegskandidaten pfui“, so kommentiert HSG Vorsitzender Eugen Neef die Saisonleistung seiner Mannschaft, die den direkten Wiederauftstieg vom Vorsitzenden verordnet bekommen hat. „Wir mussten finanziell kürzen. Das haben alle akzeptiert. Bis auf Kuhfeld und Müller (beide 2. Mannschaft) bleibt das Team unverändert. Wir wollen uns punktuell weiter verstärken um das Saisonziel zu erreichen. Mir scheint ein Aufstieg aus der Rheinlandliga im nächsten Jahr eher möglich, als der Klassenerhalt in der RPS Liga“, meint Neef.

Vor Saisonbeginn war den Verantwortlichen der Saarburger Fortuna bewusst, dass die Mannschaft vor einer schwierigen Saison steht. So war der Klassenerhalt das erhoffte Ziel der Mannschaft von Trainer Tomek Marszalek. Mit einem personell dünn besetzten Kader, der kaum Alternativen zu den Stammpositionen aufwies, ging es in eine lange und kräfteraubende Saison mit 30 Meisterschaftsspielen.

Nach dem Auftaktremis gegen Illtal schafften es die Saarburger im Laufe der Saison nicht mehr, die Abstiegsplätze zu verlassen, sorgten hier und da für eine Überraschung, konnten sich aber dem Abstieg nicht entziehen. „Der souveräne Aufstieg aus der Rheinlandliga in die RPS Liga hat vieles überdeckt. Wir waren nicht so stark wie geglaubt. Besonders die Ausfälle von Tim und Dirk Moske haben uns schwer zugesetzt. Gleich zwei Leistungsträger zu ersetzen, war aufgrund des kleinen Kaders nicht möglich. Die Mannschaft war über den gesamten Saisonverlauf in Teilen überfordert. Besonders schlimm waren die Auswärtsspiele, in denen die Mannschaft frühzeitig den Kopf in den Sand steckte. Die Vielzahl der Niederlagen haben es Trainer Marszalek schwer gemacht, die Mannschaft zu motivieren. So beginnt jetzt ein kompletter Neuaufbau in der Rheinlandliga. Neben den Torhütern wird Jochen Kuck bleiben, ansonsten gibt es derzeit personell noch einige Fragezeichen“, verrät Abteilungsleiter „Kalle“ Schmitz.