Noch sind die Löwen ganz schön zahm

Bei den Drittliga-Handballerinnen der Roten Löwen Bascharage werden derzeit kleine Brötchen gebacken. Nach zwei Niederlagen zum Saisonstart sucht der Vorjahresmeister noch nach einem Erfolg versprechenden Spielsystem.

Bascharage/Trier. Mittelfristig wollen die Löwinnen an die Tür zur zweiten deutschen Liga klopfen. Vielleicht in drei oder vier Jahren, sagt Trainer Claude Weinzierl. Sofern die eigenen luxemburgischen Talente ihr Spielniveau entscheidend steigern. Und sofern im Club die (finanziellen) Rahmenbedingungen passen.

Das alles ist Zukunftsmusik. Aktuell verbietet sich ein Blick nach oben. Zwei Niederlagen zum Saisonstart in der dritten Liga (Staffel West) veranlassen Weinzierl zum Grübeln, in Panik verfällt er aber nicht. "Unsere sechs Neuzugänge sind noch nicht richtig integriert", sagt der Trainer. Zudem wird der Kopf des Teams, Andrea Janics, schmerzlich vermisst. Die Toptorjägerin der Vorsaison und Frau des Coaches setzt wegen langwierigen Schulterproblemen aus. "Wann sie zurückkommt, entscheidet sie. Vielleicht klappt es im Januar. Aber auch für den Fall, dass sie die ganze Saison passen muss, sollten wir gerüstet sein", sagt Weinzierl.

Unter den sechs Neuen fallen vor allem der Ex-Erstligaspielerin Emilia Rogucka aus Polen sowie der Slowakin Alexandra Urbanova (beide kamen aus der dritten Liga Ost) Schlüsselrollen zu. "Urbanova soll helfen, im linken Rückraum die Lücke von Andrea zu schließen. Rogucka ist als Linkshänderin im rechten Rückraum und auf Rechtsaußen variabel einsetzbar. Dank ihr kann ich Oxana Pal wieder mehr nach links ziehen", sagt Weinzierl. Pal ist den Fans der Trierer Miezen noch in guter Erinnerung. Zwischen 2005 und 2009 spielte sie für die MJC.

Wenn am Saisonende ein Platz unter den Top fünf herausspringen würde, wäre Weinzierl schon zufrieden. Nun gehe es aber erst mal darum, spielerisch Fortschritte zu machen. "Wir setzen uns nicht unter Druck, noch ist es im Club ruhig", sagt Weinzierl, der einem möglichen kompletten Fehlstart schon mal vorbaut: "Wir spielen jetzt beim 1. FC Köln 01/07, einem Meisterschaftsaspiranten. Es kann gut sein, dass wir auch dort nichts holen." bl

Wechsel: Um in Deutschland höherklassig spielen zu können, hatte der luxemburgische Frauen-Serienmeister Bascharage 2009 seinen Sitz nach Trier verlegt und sich dort als "Rote Löwen" ins Vereinsregister eintragen lassen. bl