26.01.2011
Handball-Rheinlandliga: Die Schweicher Hertz-Buben
Von unserem Redakteur Mirko Blahak
Lukas Hertz (20) hat den Sprung in die erste Mannschaft schon gemeistert, sein Bruder Matthias (17) will ihm nacheifern: Beim HSC Schweich geben "Eigengewächse" den Ton an.Schweich. Es wollte nicht laufen. Nachdem die ersten Aktionen misslangen, setzte sich der 20-Jährige zu stark unter Druck. Lukas Hertz — im Rheinlandliga-Derby gegen Wittlich war er am Wochenende nicht das Herz seiner Mannschaft.
Zumeist ist das anders. "Obwohl er noch sehr jung ist, nimmt er in der Mannschaft die Rolle des absoluten Führungsspielers ein", sagt Trainer An dreas Rosch. Schon als 17-Jähriger rückte Lukas Hertz dank eines Doppelspielrechts in die erste HSC-Mannschaft. Trotz zwischenzeitlicher Anfragen anderer Clubs spielt der angehende Student (Wunsch: Mathe und Sport auf Lehramt) seit der Kindheit für seinen Heimatverein. "Ich bin treu", sagt der Fan des THW Kiel, der sich in früheren Jahren auch in der Leichtathletik (als Langstreckenläufer) Meriten verdiente. "Das war ein Mittel zum Zweck. Ich wollte fitter werden für den Handball."
Die Ausdauer stimmt, körperlich muss Hertz aber noch zulegen. Bei einer Größe von 1,86 Metern wiegt er weniger als 70 Kilo. "Krafttraining und fettreiches Essen - ich probiere viel. Ich hoffe, es zahlt sich noch aus." Wegen seiner schlanken Statur sei er als B-Jugendlicher aus der Rheinland-Auswahl geworfen worden, sagt Hertz. Daran hatte er lange zu knabbern.
Sein Bruder Matthias ist noch etwas größer, aber auch nur unwesentlich schwerer. Der 17-Jährige steht an der Schwelle zur ersten Mannschaft. In der Reserve ist er pro Spiel für mehr als zehn Tore gut. "Er ist ein wichtiger Perspektivspieler für uns. Wir planen ihn in der nächsten Saison fest für das Rheinlandliga-Team ein", sagt Trainer Rosch. Ein ähnlicher Typ wie Lukas sei er, vielleicht sogar noch einen Tick abschlussstärker.
Matthias Hertz freut sich, vielleicht bald regelmäßig mit seinem Bruder auflaufen zu können: "Wir kennen uns aus dem Effeff, das Zusammenspiel sollte schnell funktionieren", sagt der Schüler des Friedrich-Spee-Gymnasiums, der im linken Rückraum agiert.

Lukas und Matthias gemeinsam in der ersten Mannschaft — Vater Gerd macht diese Perspektive stolz. Gemeinsam mit seiner Frau Monika (sie übernahm vielfach den Fahrdienst) zählt er zu den wichtigen Förderern der Sprösslinge. Gerd Hertz hatte es einst in den Kader der Jugend-Nationalmannschaft geschafft, als Erwachsener spielte er mit Pallien in der Oberliga. Phasenweise war er der Trainer seiner Söhne. Heute fiebert er bei den Heimspielen auf der Tribüne mit. Und wie: "Das ist Adrenalin pur. Es ist für mich so, als ob ich selbst mitspielen würde."