Den Meister geärgert - starke Leistung der Miezen beim Heimauftakt

Die Trierer Miezen haben im erstes Heimspiel der neuen Saison am Samstagabend mit einer starken Leistung überzeugt. Gegen den amtierenden Meister und aktuellen Tabellenführer aus Erfurt gingen die Miezen überraschend in Führung und blieben auch zur Pause vorne. Am Ende wurden die Gäste ihrer Rolle aber doch noch gerecht und siegten dank starker Abwehr mit 21:30 (16:14).

Nach 20 Spielminuten in der Arena Trier rieben sich viele Fans verwundert die Augen. Zu diesem Zeitpunkt führten die Miezen mit fünf Toren gegen den amtierenden Deutschen Meister, Pokalsieger, Champions-League-Teilnehmer und aktuellem Tabellenführer aus Erfurt. Der THC ging als haushoher Favorit in die Partie, während für die Miezen zählte, nicht unter die Räder zu kommen. Eine hervorragend eingestellte Deckung und eine prächtig aufgelegte Sladjana Djeric im Kasten der Miezen machten es den Gästen jedoch sichtlich schwer. Besonders positiv stachen auch die jungen Eigengewächse der Miezen heraus, die gerade zu Beginn der Partie zu vielen Toren kamen. Alleine Natalie Adeberg traf in ihrem ersten Bundesligaheimspiel schon in den ersten 10 Minuten drei Mal ins Schwarze. Neuzugang Lucyana Willamowksa sechs Mal - am Ende sollten es zehn Tore werden. Gästetrainer Herbert Müller musste reagieren und nahm eine Auszeit. Bis zur Pause kam Erfurt aber nur noch bis auf 16:14 heran. „Wir haben in der Vorbereitung auf die Partie viel Analyse gemacht und das hat sich ausgezahlt, wie man an unserer guten Abwehrarbeit gesehen hat.“, folgerte auch Miezentrainer Thomas Happe, dessen Team nach dem Seitenwechsel wiederrum mit der plötzlich sehr intensiven Abwehrarbeit der Gäste zu kämpfen hatte. Trier verteidigte aber seinerseits ebenfalls gut, sodass Erfurt erst in der 39. Spielminute seiner Favoritenrolle gerecht werden und mit 17:18 in Führung gehen konnte. Diese baute die wohl stärkste Mannschaft der Bundesliga dann langsam bis auf fünf Tore aus. Erst in den letzten Minuten kassierte Trier noch mehrere Gegenstöße und Erfurt gelang ein 21:30-Sieg.

Für Happe zu hoch: „Wir hätten mit fünf Toren Differenz gut leben können, aber insgesamt haben wir heute eine gute Leistung gezeigt und können darauf nun aufbauen.“ Gästetrainer Herbert Müller musste angesichts seiner Aussage von vor einigen Tage, Trier sei für ihn der erste Abstiegskandidat, zurückrudern: „Solche Prognosen taugen nichts, wir haben gesehen, dass hier jeder gegen jeden gewinnen kann.“

Die Miezen treffen am Sonntag auswärts auf Blomberg.

Sebastian Lindemans


 Miezen halten gegen Meister lange mit

Das Endergebnis von 21:30 ist standesgemäß, aber die Trierer Handball-Miezen überraschten am Samstagabend im ersten Heimspiel gegen den Deutschen Meister THC Erfurt lange Zeit positiv.

Die Trierer Miezen haben ihr erstes Heimspiel der neuen Frauen-Handball-Bundesliga-Saison gegen den deutschen Meister und Pokalsieger Thüringer HC wie erwartet klar mit 21:30 (16:14) verloren. Dieses Endresultat spiegelt aber nicht den Spielverlauf wider, denn die DJK/MJC Trier war dem Champions-League-Teilnehmer bis zur 40. Minute ebenbürtig. „Wir sind sehr vernünftig aufgetreten, wir haben gesehen, welches Potenzial junge Spielerinnen wie Natalie Adeberg oder Katrin Premm haben“, lobte MJC-Trainer Thomas happe dennoch.
Ohne die verletzte neue Serbin Katarina Vojcic sahen die Chancen der Miezen vor dem Anpfiff noch schlechter aus, aber da der Meister in der ersten Hälfte alles andere als meisterlich spielte und Trier vor allem in der Deckung eine bärenstarke Leistung bot, führten die Gastgeberinnen nach 30 Minuten überraschend 16:14, zwischenzeitlich hatte es sogar 11:6 für die Miezen gestanden, bei denen Torfrau Sladjana Djeric eine überragende Partie ablieferte. „Wir waren in der Deckung überhaupt nicht vorhanden“, monierte THC-Trainer Herbert Müller.
Doch mit Beginn der zweiten Hälfte stellte Erfurt seine Abwehr um – und die Miezen kamen mit dieser viel aggressiveren und offensiveren Deckung überhaupt nicht parat. Erfurt zwang die MJC zu Fehlern, glich in der 35. Minute beim 17:17 erstmals aus und übernahm vier Minuten später beim 18:17 erstmals die Führung. In der gesamten zweiten Halbzeit erzielte die MJC nur noch fünf Tore, aber erst in der absoluten Schlussphase konnte sich Meister Erfurt deutlicher absetzen. „Uns haben die Alternativen gefehlt, und wir haben keine Mittel mehr gefunden“, sagte Happe: „Aber auf die erste Halbzeit können wir aufbauen.“
Erfolgreichste MJC-Torschützin vor rund 600 Zuschauern war Neuzugang Lucyana Wilamowska mit zehn Toren, für Erfurt war Katrin Engel (8n Tore) am treffsichersten. Nun warten fünf Auswärtsspiele in Serie auf die Miezen, erst am 16. November steht das nächste Heimspiel gegen Leipzig an. BP



Zurück im Katzenkörbchen

Der Meister und Pokalsieger kommt - und daher sind die Trie rer Handball-Miezen in ihrem ersten Saisonheimspiel gegen den THC Erfurt auch nur krasser Außenseiter. Vier Miezen geben am heutigen Samstag (Anwurf 19.30 Uhr in der Arena) ihr Heimdebüt.

Trier. 168 lange Tage mussten die Miezen-Fans auf ein Heimspiel ihrer MJC warten. 2500 Zuschauer kamen am 26. März zum erfolgreichen Schicksalsspiel gegen Frankfurt/Oder, das den Klassenerhalt bedeutete. 168 Tage später stehen heute viele andere Spielerinnen auf dem Feld als Ende März. Vier der fünf Neuzugänge feiern ihr Heimspiel-Debüt - ausgerechnet gegen den deutschen Meister, Pokalsieger und Topfavoriten THC Erfurt.

Die Thüringer absolvieren bereits ihr drittes Spiel, gewannen beide Partien gegen Göppingen und Oldenburg und stehen schon wieder an der Spitze. Dennoch warnt Erfurts Trainer Herbert Müller seine Mannschaft: "Abstiegskandidaten sind immer die gefährlichsten Gegner - vor allem, wenn sie zu Hause spielen."

Bei den Gästen werden nur zwei der vier ehemaligen Miezen auflaufen können: Lydia Jakubisova und Maike März - denn Nadja Nadgornaja und Willemijn Karsten fehlen verletzt. Aber selbst diese personelle Schwächung im Rückraum der Gäste ändert an der klaren Favoritenrolle nichts. Auf Trierer Seite hofft man darauf, "den Favoriten zu ärgern" oder "das Spiel möglichst lange offen zu gestalten".

Vom spielerischen Potenzial, aber vor allem wegen der Tatsache, dass die neu formierte Mannschaft Zeit zum Einspielen braucht, spielt Erfurt in einer anderen Liga. Deswegen misst MJC-Trainer Thomas Happe diesem Heimauftakt auch nicht so viel Bedeutung zu: "Besser gegen Erfurt als gegen einen direkten Konkurrenten, gegen den wir punkten müssen." Zudem muss er auf die Serbin Katarina Vojcic (Schulterprobleme) verzichten.

Miezen bei "Trier spielt"

Da die Partie der zweiten Mannschaft abgesagt wurde (siehe links), können Talente wie Natalie Adeberg und Lena Zelmel auflaufen. Und wer die Miezen sehen will, sollte die Chance am heutigen Samstag ergreifen, denn nach der 168-tägigen Heimspielpause folgen weitere 67 Tage ohne ein Miezenspiel in der Arena - denn erst am 16. November (und nach fünf Auswärtsspielen in Folge) wird man die MJC wieder im heimischen Katzenkörbchen treffen können.

DJK/MJC Trier (Kader): Djeric, Kockler, Monz - Arnosova, Derbach, Wilamowska, Radojicic, Premm, Adeberg, Vallet, Lennartz, Zelmel, Solic, Rost

Im Rahmen von "Trier spielt" präsentieren sich die Miezen am heutigen Samstag zum Torwandwerfen und einer Autogrammstunde ab 10 Uhr am Trierer Kornmarkt.

Lust auf Körperkontakt

Mit 28 Jahren wagt Nadine Rost den Sprung aus der vierten in die erste Liga. Vor ihrem ersten Heimspiel für die Trierer Handball-Miezen gegen Meister Erfurt am Samstag (19.30 Uhr) ist die Dresdenerin "ziemlich aufgeregt".


Trier. Wenn der große Traum anklopft, muss man ihn schnell hereinlassen, dachte sich Nadine Rost. Es war im Mai, die "kleinen Miezen" spielten gegen die "Rödertalbienen" aus der Nähe von Dresden in der Relegation zur dritten Liga. Schon im Hinspiel war die blonde Kreisläuferin MJC-Co-Trainer Siggi Garbe aufgefallen. Nach dem Rückspiel in Trier tauschte man die Telefonnummern aus - und kurze Zeit später erfüllte sich für die 28-Jährige der späte Traum von der Bundesliga. "Ich habe sofort Ja gesagt, so viele Bundesligisten werden mich nicht mehr fragen, da musste ich zugreifen", blickt Nadine Rost zurück. Nach drei Tagen Probetraining war die "Biene" eine Mieze.
Rost zog von Dresden nach Trier um, wohnt jetzt in Olewig. "Alles ein bisschen beschaulicher als in Dresden", sagt die gebürtige Meißenerin. Aber sie hat sich schnell akklimatisiert in ihrem persönlichen Abenteuer Bundesliga: "Die Mädels haben es mir auch einfach gemacht, wir haben ein tolles Verhältnis", berichtet die Kreisläuferin. Auch beruflich fasste sie schnell Fuß, startete vergangene Woche bei der Handwerkskammer eine Ausbildung zur Veranstaltungskauffrau und wird künftig Meisterfeiern und Messen organisieren.
Von der Meisterfeier mit den Miezen träumt sie realistischerweise nicht, ist sich aber sicher, das Ziel Klassenerhalt zu schaffen: "Das ist eine Herausforderung, die wir meistern werden."
Für Rost hat sich ihr Sportlerleben nach ihrem Wechsel aus der vierten in die erste Liga total gewandelt, vor allem was die Anzahl und Intensität der Trainingseinheiten betrifft. Morgens um 6 Uhr steht Fitnesstraining an, dann folgt der Job, abends um 18.30 Uhr die zweite Trainingseinheit. "Ich muss noch viel lernen, aber mein Gefühl sagt mir, dass es mit jedem Training besser wird", glaubt sie. Mit Trainer Thomas Happe teilt sie die Meinung, dass vor allem die Physis noch ausbaufähig ist: "Morgens also zwei Schinkenbrote mehr", ist daher ihr Motto.
In den Testspielen und ihrer ersten Bundesligapartie in Buxtehude hat sie gemerkt, dass die Gangart der gegnerischen Abwehr schon rauer ist. Dennoch: Auf einer anderen Position als Kreisläuferin hat sie noch nie gespielt. "Auch wenn es immer was auf die Ohren gibt, ich brauche diesen Körperkontakt." In Buxtehude bekam Rost, deren Rolle als zweite Kreisläuferin hinter Silvia Solic von Anfang klar definiert war, viele Einsatzzeiten, erzielte gleich die ersten beiden Bundesligatreffer ihres Lebens. "Das war schon etwas Besonderes."
Noch mehr freut sie sich nun aber auf ihr erstes Heimspiel mit den Miezen am Samstag (19.30 Uhr) in der Arena gegen Erfurt. "Es ist genial, dass wir dann gleich auf den Meister treffen, vielleicht können wir die Thüringer ein bisschen ärgern." Ganz schön aufgeregt ist Rost allerdings, ist darauf gespannt, wie viele Fans kommen, wie der "ganze Ablauf" sei, wie sie empfangen wird. Ihr Traum geht gerade also in die nächste heiße Phase.