Neuzugang bei den Trierer Miezen

Foto: Homepage HSG Blomberg-Lippe
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Die Frauen-Nationalmannschaft des Deutschen Handballbundes wird das erste Länderspiel im Jahr 2012 in der Arena Trier bestreiten. Im Kampf um die Qualifikation zur Europameisterschaft 2012 wird am Sonntag, 25. März, Ungarn der Gegner des Teams von Bundestrainer Heine Jensen sein. Die Partie beginnt voraussichtlich um 15 Uhr.
Auf dem Weg zur EM in den Niederlanden (2. bis 16. Dezember) müssen die deutschen Handballerinnen in einer Vierergruppe mit Ungarn, Weißrussland und Aserbaidschan mindestens Platz zwei belegen, um sich die Teilnahme zu sichern. Mit Erfolgen gegen Weißrussland (27:19) und in Aserbaidschan (34:19) haben sich Kapitänin Isabell Klein und ihre Mitspielerinnen bereits im Oktober in eine gute Position gebracht.
Das Hinspiel gegen Ungarn findet bereits am 21. oder 22. März voraussichtlich nahe der ungarisch-rumänischen Grenze in Békéscsaba statt. Ungarn war im Juni vergangenen Jahres auch in den WM-Play-offs Gegner der deutschen Mannschaft (26:24 in Balingen und 27:22 in Györ).
In der Arena Trier fanden bisher zwei Länderspiele statt: 2003 traf die Frauen-Nationalmannschaft im Rückspiel der WM-Play-offs auf Bulgarien, 2011 traten die Männer in der EURO-Qualifikation gegen Lettland an.
Datum: 17. Januar 2012 |
Autor: Björn Pazen
Der Impulsgeber will den Verein umkrempeln
Trier. Am Anfang war es die Lösung für ein Spiel, dann wurden drei Partien daraus - nun bleibt Dago Leukefeld als Trainer den Trierer Miezen bis zum Saisonende erhalten. "Wir haben eine Teamlösung gefunden", sagte MJC-Vorstand Martin Rommel am Dienstag dem TV. Leukefeld wird mit Ausnahme der Partien am Samstag bei Thüringer HC und am kommenden Mittwoch gegen Bayer Leverkusen auf der Miezen-Bank sitzen, wird zudem mit den MJC-Trainern Igor Domaschenko (zweite Mannschaft) und Elena Vereschako (früher zweite Mannschaft und Landesauswahl) die Trainingspläne erstellen. Gegen Thüringen und Leverkusen wird Domaschenko auf der Bank sitzen.
Sammelbecken für Talente
"Vor den wichtigen Spielen werde ich fast die ganze Woche bei der Mannschaft sein", sagte Leukefeld dem TV. Insgesamt wird der Thüringer, der die Miezen 2003 zur deutschen Meisterschaft führte, acht bis zwölf Tage pro Monat in Trier sein. Daneben ist er als Berater bei anderen Vereinen wie dem Männer-Drittligisten Duderstadt oder dem Frauen-Zweitligisten Zwickau tätig. Leukefeld wird zudem dem Verein langfristig als Berater erhalten bleiben - vor allem, was Jugendarbeit, Talentsuche, aber auch Sponsoring betrifft. "Wir wollen nachhaltig etwas aufbauen, aber kurzfristig müssen wir natürlich erst einmal die Liga halten", sagte Leukefeld.
Seine Vision geht weit über die aktuelle Krisensituation - sportlich und finanziell - hinaus: "Mein Ziel ist, dass 2017 bei der Frauen-WM in Deutschland mindestens zwei Miezen im Nationalteam stehen, das seine WM-Spiele dann hoffentlich in Trier austrägt." Dazu will Leukefeld alle Strukturen auf den Prüfstand stellen: "Wir wollen wieder ein Sammelbecken für junge deutsche Talente werden." Dazu muss der Verein aber auf organisatorische und finanzielle Beine gestellt werden. Leukefeld will eine Kooperation des gesamten Trierer Spitzensports initiieren, "bevor es zu spät ist".
"Finanziell beste Lösung"
Daneben will er mit Kommunen, Kammern, Weinbau-, und Tourismusförderung ein Gesamtkonzept erstellen, einen Umdenkprozess einleiten, in dem Schulen, Vereine, Sponsoren und Fans eine wichtige Rolle spielen. Als Nachfolger des langjährigen Vorstands Martin Rommel, der nach der Saison seinen Posten räumt, will sich der Thüringer aber nicht sehen: "Ich werde den Verein beraten und Impulse geben, aber der gesamte Vorstand muss neu aufgestellt werden, ein Wirtschaftsrat muss für Kontrolle und Transparenz sorgen. Denn nur so können wir Sponsoren eine Basis bieten."
An ein Scheitern denkt Leukefeld nicht: "Vor dem Saisonstart 2002 saßen die Mannschaft und ich zusammen - und ich habe den Spielerinnen erklärt, dass wir Deutscher Meister werden können. Sie schauten mich ungläubig an, und am Ende waren wir Meister. Genau so will ich meine jetzigen Ziele auch umsetzen."
Der Thüringer wird bei der MJC auf Honorarbasis arbeiten, Domaschenko und Vereschako sind sowieso bei der MJC angestellt. "Das war angesichts unserer finanziellen Situation die beste Lösung", sagte Rommel.
Zudem wird Leukefeld auch in die Suche nach einem Trainer für die kommende Saison eingebunden. "Jung, hungrig und ehrgeizig" soll er sein, sagte Leukefeld, der die Miezen zum bislang einzigen Saisonsieg gegen das Schlusslicht Celle führte.
Meinung
Herkules lässt grüßen
Die langfristige Tätigkeit von Dago Leukefeld in Trier ist ein Zeichen des Aufbruchs. Ein Zeichen, dass es weitergeht, ein Signal an alle - Spielerinnen, Sponsoren, Zuschauer, Kritiker. Das langfristige Konzept fußt allerdings erst einmal darauf, dass kurzfristig die akuten Probleme gelöst werden: Geld muss her, um den Etat zu decken und den Spielerinnen ihr Geld zu zahlen, und sportlich muss der Klassenerhalt geschafft werden. Wahrlich keine einfachen Aufgaben für alle Verantwortlichen, die gleichzeitig die gesamte Vereinsstruktur auf neue Beine stellen müssen. Dago Leukefeld steht mit seinen Ideen für einen Neuanfang. Erstmals seit Jahren könnte es eine Zusammenarbeit des gesamten Trierer Spitzensports geben, wenn das alle wollen. Aber selbst das Lösen der akuten Probleme reicht nicht, um das Konzept mit Leben zu füllen. Zunächst einmal müssen Mitstreiter gewonnen werden, dann Geldgeber, dann muss geschafft werden, was in den vergangenen Jahren brachlag: Eine Identifikation zu schaffen mit einem Verein, der ein Imageproblem hat, der durch ständige Spieler- und Trainerwechsel das Vertrauen vieler Fans und Sponsoren verspielt hat. Dago Leukefeld hat den Mut, diese Herkulesaufgabe zu übernehmen - davor muss man den Hut ziehen. Aber er wird auch begreifen, dass sich vieles geändert hat seit seinem Weggang im Jahr 2004 - nicht zum Guten. Aber er hat die Chance, Vorkämpfer einer Aufbruchstimmung zu werden. b.pazen@volksfreund.de
Dienstag · 17.01.2012 · 15:48 Uhr · PM DJK/MJC Trier
Leukefeld bis Saisonende in Trier: Teamlösung
Dago Leukefeld bleibt den Miezen also weiter erhalten. Er hatte sich dem Verein nach dem Rückzug von Thomas Happe als Interimstrainer zur Verfügung gestellt und darüber hinaus seine beratende Unterstützung angeboten. Dieses Angebot nahm der Miezenvorstand gerne an und hat gemeinsam mit Leukefeld eine - nach eigenen Angaben - sportlich praktikable und auch wirtschaftlich sinnvolle Teamlösung für den Rest der Saison erarbeitet.
Leukefeld, der seinerseits vertraglichen Verpflichtungen gegenüber anderen Vereinen nachkommen muss, wird, soweit möglich, bei den Spielen an der Seitenlinie stehen und die Mannschaft selbst auch intensiv auf diese Partien vorbereiten. Die übrigen Einheiten werden vom Trainer der zweiten Mannschaft, Igor Domaschenko, sowie der langjährigen Regionalligatrainerin Elena Vereschako in enger Absprache mit Leukefeld übernommen.
"Durch diese Teamlösung werden die bereits im Verein vorhandenden Kräfte optimal genutzt und die Kosten zugleich so gering wie möglich gehalten", so der Verein in seiner Pressemeldung. Nicht verfügbar wird Leukefeld unterdessen für die kommenden beiden Partien in Erfurt und am kommenden Mittwoch zuhause gegen Leverkusen sein. In diesen Spielen wird Igor Domaschenko die Mannschaft betreuen.