Die Zwei-Generationen-Mannschaft


Von TV Redakteur Mirko Blahak  - 07.12.2010


29 Jahre Unterschied liegen zwischen dem jüngsten und ältesten Spieler beim Verbandsligisten TV Hermeskeil: Sohn Torben (19) und Vater Frank Laible (48). Ein Grund für die Zwei-Generationen-Mannschaft ist die über Jahre hinweg außer Acht gelassene Jugendarbeit. (Foto Hans Krämer)


Hermeskeil. Der Hermeskeiler Handball hat schon glorreichere Zeiten erlebt. Viele Jahre ist es inzwischen her, dass die erste Herrenmannschaft in der Oberliga spielte. Heute kämpft der TVH um den Klassenerhalt in der Verbandsliga. "Damals wurde viel für die erste Mannschaft getan, die Jugendarbeit wurde im gleichen Atemzug vernachlässigt. Das war Gift für den Verein, der im Hochwald doch etwas in Randlage ist", blickt Frank Laible zurück.

Als 17-Jähriger gab er einst in Hermeskeil sein Debüt bei den Senioren. Gut 30 Jahre ist das her. Als 48-Jähriger steht Laible beim TVH immer noch auf dem Feld. Der Spielertrainer (er betreut die Mannschaft gemeinsam mit Bernhard Kohl) läuft da auf, wo es brennt. Auch jetzt, trotz eines Muskelrisses im Oberarm.

"Normalerweise hört man spätestens mit Ende 30 auf", sagt Frank Laible. Nicht jedoch in Hermeskeil. Nicht, wenn die Jugendarbeit erst langsam wieder Früchte trägt. Der gebürtige Freiburger, der in jungen Jahren in den Hochwald kam und seitdem — mit Ausnahme eines zweijährigen Intermezzos in Mertesdorf — dem TVH verbunden ist, hebt den Altersschnitt enorm. "Ich bin der alte Hase, dahinter kommt lange nichts. Die anderen Spieler sind alle zwischen 19 und 30 Jahre alt." Der 19-Jährige — das ist Laibles Sohn Torben.

Hier der Routinier, dort die Rasselbande. Dennoch gibt es laut Papa Laible "überraschend wenige" Generationskonflikte: "Ich kann meine Erfahrung einbringen. Viele der Mitspieler kennen mich aus der Zeit, in der ich noch richtig gut war. Die Mannschaft unternimmt viel gemeinsam. Es ist schön, dass sie mich alten Sack da noch mitnimmt."

Dennoch bemerkt er kritisch: "Es ist kein gutes Zeichen, wenn ich noch mitspielen muss." Es rächt sich, dass beim TV Hermeskeil die Jugendarbeit über einige Jahre hinweg stiefmütterlich behandelt wurde. Laible: "Es gab immer mal wieder eine gute Jugendmannschaft, doch dann kam längere Zeit wieder gar nichts."

A-Jugendliche sind auf dem Sprung
Doch Besserung ist in Sicht. Seit rund zehn Jahren wird die Nachwuchsförderung beim TVH wieder konzeptionell vorangebracht. "Auch wenn wir am Wochenende gegen Biewer/Pfalzel II verloren haben, so hat das Spiel doch gezeigt, dass die jungen Spieler inzwischen in die Bresche springen können", sagt Laible.
In der nächsten Saison sollen weitere A-Jugendliche den Sprung in den Kader der ersten Männer-Mannschaft schaffen. Ist dann endgültig Schluss für den Spieler Frank Laible? "Wenn es nach mir geht: Ja! Ich würde gerne etwas kürzer treten." Sein zweiter Sohn Nils ist 16 Jahre alt und spielt mit dem TVH in der B-Jugend-Oberliga. Er rückt im Sommer in die A-Jugend auf — und hat dann auch die Spielberechtigung für die Senioren. Vielleicht heißt es dann: Laible ersetzt Laible.