Jung, treu, erfolgreich


Von TV Redakteur Mirko Blahak

Seit er Handball spielt, ist er dem TV Bitburg treu: Rückraumspieler Florian Enders (20) ist beim Rheinlandligisten trotz seines zarten Alters bereits eine wichtige Stütze.
Bitburg. Auf der Webseite der Handballabteilung des TV Bitburg sticht sein Konterfei aus der Kopfleiste hervor. Florian Enders beim Wurf. Ein Motiv mit Symbolcharakter. Der 20-Jährige steht exemplarisch für die Philosophie beim Rheinlandligisten. Er ist jung, ein Bursche aus Bitburg, ein Spieler aus der eigenen Jugend.


Enders — schon der Kopf der Mannschaft? "Im Angriff auf jeden Fall", sagt Trainer Janousz Klimek. Im jüngsten Gastspiel bei Fortuna Saarburg steuerte der Rechtshänder elf Treffer bei (siehe Spielbericht rechts). Klimek: "Flo hat die Mitspieler sehr gut in Szene gesetzt und selber alles getroffen. Er war der beste Spieler in einer starken Mannschaft."

Nach einer Achterbahnfahrt ist der TVB wieder auf Kurs. "So kann es weitergehen", sagt Enders, der mit den Eifelern am Saisonende zwischen Platz drei und fünf landen will.

Als Sechsjähriger begann er in Bitburg mit dem Handballspielen. Seitdem gilt: Einmal TV Bitburg, immer TV Bitburg. Er spielte in der B- und A-Jugend-Regionalliga. Zwischen 2005 und 2007 war er Mitglied der Rheinland-Pfalz-Auswahl.

In dieser Zeit hätte der Rückraumspieler ins Internat der TSG Friesenheim wechseln können. Doch Enders entschied sich dafür, sein Abitur am St.-Willibrord-Gymnasium in Bitburg zu machen. Seit diesem Semester studiert er in Saarbrücken Betriebswirtschaftslehre. "Das ist für mich ein ganz neues Leben. Der erste eigene Haushalt, das ist eine Umstellung."

Ist für Enders der Zug ins Profigeschäft abgefahren? "Normalerweise schon. Vielleicht wäre es anders gekommen, wenn ich ins Internat gegangen wäre. Aber im Handball weiß man nie. Es lässt sich nichts auf Jahre planen", sagt Enders. Zumal er aktuell Profi-Luft schnuppert. Zwei Mal pro Woche trainiert er beim Zweitligisten HG Saarlouis mit, freitags absolviert er dann das Abschlusstraining in Bitburg. Eine Konstellation, die Enders hilft: "Die Intensität im Training in Saarlouis ist höher. Zudem kann ich viel von Rückraumspieler Danijel Grigic lernen, einem Kroaten mit Länderspielerfahrung."

1,93 Meter ist Enders groß, 86 Kilo schwer. Keine schlechte Statur. Und dennoch weiß er, in der Abwehrarbeit noch zulegen zu müssen. Das sagt auch Klimek: "Körperlich ist Flo noch nicht so stark. Er muss Kraftdefizite wettmachen."

Wie schätzt der Trainer Enders Zukunftsperspektiven ein? "Er rückt mehr und mehr in die Rolle eines Führungsspielers. Sollte sich ihm die Chance zu einem Wechsel in eine höherklassige Liga bieten, muss er eins wissen: Es macht nur Sinn, wenn er viel Einsatzzeit bekommt. Kurzeinsätze bringen ihn nicht weiter."